Je nach Flug klingelt der Wecker früher oder später, lauter oder leiser. Erst unter die Dusche und dann nach einem Happen zu essen geht es rausgeputzt in Uniform zum Flugplatz. Man muss mindestens 1 Stunde vor dem Take-Off da sein, um sich im System anzumelden. Damit die Planer wissen, dass man es rechtzeitig zum Flug schaffen kann. Im Dispatch angekommen, beginnt der Papierkrieg. Zu allererst druckt man sich seinen Flightreport aus, der nach dem Flug ausgefüllt mit ein paar Daten (Flugplatz, Zeit, etc), wieder abgegeben werden muss.

Sabena Dispatch
Danach füllt man sein Loadsheet, im Prinzip die Berechnung der Beladung des heutigen Flugzeugs, aus. Danach stellt man sich einen individuellen Wetterbericht zusammen, der in der Regel das Wetter von Falcon Field und den umliegenden Flugplätzen beinhaltet. Alles ausgedruckt und unter den 1000en anderen Kopien rausgefischt, hat man hoffentlich noch etwas Luft sich die Details der anstehenden “Mission” anzuschauen. Meistens hat der Vorgänger ein wenig Verspätung, so dass aus der 1 Stunde auch mal 2 Stunden werden können.
Während der andere noch “gedebrieft” wird, kann man schon gepackt mit allem was man braucht (Unterlagen, Headset, Kniebrett mit Flugplatzinfos und natürlich dem Schlüssel fürs Flugzeug) aufs Vorfeld gehen und den Flieger für den eigenen Flug vorbereiten. Dazu gehört der Walk-around (siehe “Wörterbuch”
), die Cockpitvorbereitung und das entfernen der Tie-downs (der Seile, dass der Fleiger nicht von allein wegfliegt).

erster Walk-around mit der versammelten Mannschaft
Inzwischen ist der Fluglehrer meist auch anwesend und es geht los … Motor starten, Checklisten abarbeiten und sich bei der Bodenkontrolle Rollwege geben lassen, was sich ungefähr so anhört: [Sound ATC] “Falcon Ground, Diamond 4129T, parked at Sabena Ramp, request Taxi to Run-up Area with Information A for a south east departure.” – “Diamond 29T, Falcon Ground, Taxi to Run-up Area via the Ramp advise when completed.” – “Taxi to Run-up Area via the Ramp, Diamond 29T.”
Bei der Run-up Area angekommen wird der Motor getestet und dann gehts mit neuen Freigaben weiter zur Startbahn. [Sound ATC]“Falcon Ground, Diamond 29T, Run-up completet.” – “Diamond 29T, Falcon Ground, Taxi to Runway 4R via D” – “Taxi to Runway 4R via D, Diamond 29T.”
Nach gefühlten 10 Stunden ist man endlich an der Startbahn 4R angekommen. Und wieder gehts ans Funken…”Falcon Tower, Diamond 4129T, holding short of Runway 4R, ready for departure.” – “Diamond 4129T, cleared for Take-Off for a south east departure.”
Und jetzt wird’s interessant. Es geht alles ganz schnell: Leistung – checked, Geschwindigkeit – checked, 60 Knoten – rotate! Und der Flieger steigt bereits nach 7 Sekunden dem Himmel entgegen. Wenn man eine sichere Höhe, ca. 200m über Grund, erreicht hat, geht man noch die Checkliste für den Reiseflug durch und man hat es -fast- geschaft. Jetzt steht das eigentliche auf dem Programm weshalb man überhaupt erst abgeflogen ist. Je nach Fortschritt werden jetzt verschiedene Manöver geübt. Das geht von anfänglichem Geradeausfliegen bis hin zu Notfallverfahren bei Triebwerksausfall oder Ausfall von Instrumenten. Eine Trockene aber sehr anstrengende “Mission” sind Platzrunden fliegen, bei der man in den 1,5 Stunden immer den Flugplatz umkreist und danach mit unter 12 Landungen auf dem Konto hat. Im Gegensatz zu den Platzrunden, werden die meisten Übungen in der South-East Practice Area geflogen. Das ist ein großes unbewohntes Areal mit Wüste und Buschland – die perfekte Spielewiese für junge angehende Piloten.

Falcon Field (KFFZ) mit Bezeichnungen
Zurück in Falcon Field und einer sanften Landung geht es über das Vorfeld wieder zurück zur Ramp, wo alle Flugzeuge geparkt sind. Auf dem Weg werden noch die letzten Checklisten abgearbeitet und der Feierabend rückt näher. Der letzte offizielle Akt bevor der Motor abgestellt wird, ist auch das Ende der Mission: “Sabena Dispatch, Diamond 4129T is back on the Ramp.” (-”29T, roger”). Jetzt wird noch der Flieger in seine Parkposition geschoben, am Boden fest verzurrt und die persönlichen Dinge zusammengesucht.
Jetzt wartet nur noch das Debriefing, in dem der Übungsflug besprochen und benotet wird. Der Schlüssel geht jetzt an den Nachfolger und der Gedanke an ein bischen freie Zeit und den Pool lassen schnell die stickige heiße Luft in dem kleinen Cockpit vergessen…Auf dem Weg raus aus dem Dispatch noch schnell den ausgefüllten Flightreport abgeben und FEIERABEND!!!